Verhinderungspflege Eisenach

Was passiert, wenn eine Tochter die ihre Mutter pflegt, krank wird oder wenn sie ganz einfach mal einen Urlaub braucht? In diesem Fall tritt die sogenannte Verhinderungspflege in Kraft, die jedem zusteht, der einen Angehörigen mindestens seit einem halben Jahr gepflegt hat. Was genau bedeutet Verhinderungspflege und wie sieht die finanzielle Seite dieser besonderen Form der Pflege aus? Was müssen Angehörige beachten, wenn sie die Verhinderungspflege beantragen und wie kann man sich wehren, wenn die Verhinderungspflege abgelehnt wird?

Was genau bedeutet Verhinderungspflege?

Immer mehr Menschen pflegen ihre nahen Angehörigen bei sich zu Hause und diese Pflege kann je nach Gesundheitszustand des Pflegebedürftigen, für die Angehörigen in jeder Hinsicht sehr belastend sein. Nach dem Gesetz hat jeder, der einen Angehörigen in seiner Wohnung pflegt, ein Recht auf eine Pause, die bis zu sechs Wochen dauern kann. In diesem Zeitraum wird die Pflege dann von einer anderen Pflegekraft, aber auch von einem ambulanten Pflegedienst übernommen.

Das gilt auch, wenn der pflegende Angehörige vielleicht nur einen Abend ausgehen möchte, aber auch während dieser Stunden die Mutter oder den Vater nicht alleine lassen kann oder will. Die Verhinderungspflege muss bei der jeweiligen Pflegekasse beantragt werden.

Neue Regelungen zur Verhinderungspflege

Seit dem 1. Januar 2015 hat sich die Finanzierung der Verhinderungspflege geändert. Die Kassen bezahlen seit Jahresbeginn 2015 für maximal sechs Wochen im Jahr eine andere Pflegekraft, wenn die Angehörigen Urlaub machen. Unabhängig von der jeweiligen Pflegestufe werden heute 2418,- Euro pro Jahr bezahlt und nicht mehr nur 1550,- Euro, wie das noch vor dem 1. Januar 2015 der Fall war. Für die Angehörigen bedeutet das, sie bekommen eine Steigerung von 62,- Euro und zusätzlich noch einmal 50 %, wenn es sich um die Kurzzeitpflege handelt. Neu ist auch, dass die Leistung heute auch von Pflegebedürftigen in Anspruch genommen werden kann, die Pflegestufe 0 haben.

Was tun, wenn der Anspruch auf Verhinderungspflege abgelehnt wird?

Es gibt für die Verhinderungspflege keinen rechtlichen Anspruch und daher kann es in Ausnahmefällen immer mal vorkommen, dass ein Anspruch abgelehnt wird. Vielfach ist das der Fall, wenn Informationen nicht richtig verstanden werden oder die Pflegekassen eine Begründung gefunden haben, um den Anspruch abzulehnen. Wenn das passiert, dann können sich die pflegenden Angehörigen unter anderem bei den Krankenkassen erkundigen, ob eine Verhinderungspflege tatsächlich möglich ist oder nicht. Für die Verhinderungspflege besteht ein Rechtsanspruch, und zwar bundesweit in allen Bundesländern. Wer seine Eltern oder Großeltern pflegt, der hat auch ein Recht darauf, sich zu erholen.

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